Welche Bausteine braucht eine Website wirklich? Diese Checkliste geht zehn Bereiche durch – von Positionierung über Nutzerführung bis Technik und SEO – mit Prüffragen zum Abhaken.
Eine Website, die verkauft, ist eine Website, auf der Besucher schnell verstehen, was du anbietest, für wen es gedacht ist und wie sie mit dir in Kontakt kommen. Anfragen lassen sich damit nicht garantieren – aber du nimmst Hürden weg, die Interessenten sonst abhalten.
Diese Checkliste beschreibt den Soll-Zustand: welche Bausteine eine professionelle Website braucht. Sie erklärt nicht, warum Anfragen ausbleiben – dafür gibt es den Überblick über die vier Bereiche, in denen die Ursache liegen kann. Du kannst die Liste nutzen, bevor du deine Seite überarbeitest oder eine neue beauftragst.
1. Klare Positionierung im ersten sichtbaren Bereich
2. Verständliches Leistungsangebot
3. Logische Seitenstruktur und Nutzerführung
4. Ein eindeutiger nächster Schritt
5. Mobile Nutzbarkeit
6. Verständliche Texte und gute Lesbarkeit
7. Nachvollziehbarkeit und Vertrauen
8. Projekte oder Arbeitsbeispiele, sofern vorhanden
9. Erreichbarkeit und Kontaktmöglichkeit
10. Technische Basis und SEO-Grundlagen
Jeder Punkt beschreibt zuerst, was gemeint ist, dann wie es umgesetzt aussieht, und schließt mit Prüffragen, die du mit Ja oder Nein beantworten kannst.
Der obere Bereich deiner Startseite beantwortet drei Dinge: Was bietest du an, für wen ist das gedacht und wie arbeitest du. Ein Satz reicht, wenn er ohne Vorwissen verständlich ist. Kreative Slogans dürfen dazukommen, sie ersetzen die Einordnung aber nicht.
So sieht es umgesetzt aus: Statt „Räume für Entwicklung“ steht dort zum Beispiel „Ergotherapie für Kinder und Jugendliche in Köthen – Termine nach Vereinbarung, auch als Hausbesuch“.
Jede Leistung braucht einen eigenen Abschnitt oder eine eigene Seite. Beschrieben wird, was enthalten ist, wie der Ablauf aussieht und was danach passiert. Wo es möglich ist, hilft eine Preisorientierung – ein Rahmen oder ein „ab“-Preis nimmt Unsicherheit und filtert Anfragen vor.
So sieht es umgesetzt aus: Zu jedem Angebot gibt es einen Absatz zum Umfang, drei bis fünf Stichpunkte zu den Bestandteilen und einen Hinweis auf den nächsten Schritt.
Deine Website braucht eine übersichtliche, nachvollziehbare Navigation mit klaren Hauptpunkten. Jede Seite hat ein Ziel, und von jeder Seite führt ein Weg weiter – niemand soll in einer Sackgasse landen.
So sieht es umgesetzt aus: Die Navigation benennt Seiten so, wie Besucher sie suchen („Leistungen“, „Über mich“, „Kontakt“), nicht mit internen Bezeichnungen. Am Ende jeder Inhaltsseite steht ein passender Weiterführungslink.
Pro Seite gibt es eine primäre Handlung – zum Beispiel ein Erstgespräch, eine Anfrage oder ein Kontaktformular. Die Beschriftung bleibt auf der ganzen Website gleich, damit klar ist, dass immer dasselbe gemeint ist. Sekundäre Angebote dürfen daneben stehen, aber optisch schwächer.
So sieht es umgesetzt aus: Auf jeder Unterseite steht derselbe Button „Erstgespräch vereinbaren“, einmal im oberen Bereich und einmal am Seitenende.
Wenn du wissen möchtest, wo genau typische Stolperstellen bei Buttons, Formularen und Einstiegsbereichen liegen, findest du sie in den fünf typischen Fehlern und ihren Korrekturen.
Viele Besucher schauen sich Websites auf dem Smartphone an. Schriftgrößen müssen lesbar, Schaltflächen gut treffbar und Formulare bedienbar sein. Auch die Ladezeit sollte auf mobilen Verbindungen akzeptabel bleiben.
So sieht es umgesetzt aus: Die Seite wird auf einem echten Smartphone durchgeklickt – Menü öffnen, Angebot lesen, Formular ausfüllen, absenden.
Texte sollen ohne Anstrengung lesbar sein: kurze Absätze, Zwischenüberschriften, Alltagssprache statt Fachbegriffe, aktive Formulierungen. Fachwörter sind in Ordnung, wenn sie kurz erklärt werden.
So sieht es umgesetzt aus: Ein Absatz umfasst zwei bis vier Sätze, Zwischenüberschriften gliedern längere Seiten, und Aufzählungen ersetzen lange Aufreihungen im Fließtext.
Vertrauen entsteht, wenn nachvollziehbar ist, wer hinter der Website steht und wie gearbeitet wird. Dazu gehören echte Angaben zur Person, ein Foto, eine Beschreibung der Arbeitsweise sowie vollständiges Impressum und Datenschutzerklärung. Kundenstimmen sind eine Möglichkeit, aber keine Voraussetzung – wenn du keine hast oder keine veröffentlichen möchtest, wirken Prozessbeschreibungen, Qualifikationen oder Fachbeiträge genauso.
So sieht es umgesetzt aus: Auf der Über-mich-Seite stehen Name, Foto, Hintergrund und Arbeitsweise; Rechtstexte sind aus dem Footer erreichbar und aktuell.
Wenn du zeigen darfst, woran du gearbeitet hast, macht das dein Angebot greifbar. Hilfreich ist die Struktur Ausgangslage – Aufgabe – Umsetzung. Ohne veröffentlichbare Projekte funktionieren auch beschriebene Beispielsituationen oder ein transparent dargestellter Ablauf.
So sieht es umgesetzt aus: Eine Übersicht wie die Seite Beispiele umgesetzter Projekte zeigt je Projekt kurz Ausgangslage, Aufgabe und Ergebnisumfang.
Es braucht mindestens einen klaren, funktionierenden Kontaktweg, der leicht zu finden ist. Weitere Kontaktmöglichkeiten ergänzt du nur, wenn sie für dich und deine Kunden tatsächlich sinnvoll sind. Formulare fragen nur die Informationen ab, die du für eine erste Antwort wirklich brauchst, und nach dem Absenden erscheint eine sichtbare Bestätigung.
So sieht es umgesetzt aus: Ein Formular mit Name, E-Mail und Nachricht, erreichbar über die Navigation, mit einer Bestätigungsseite oder einer Bestätigungsmeldung nach dem Absenden.
Zur technischen Basis gehören eine verschlüsselte Verbindung, funktionierende Links, sinnvolle Seitentitel und Beschreibungen, sprechende Adressen, eine saubere Überschriftenstruktur und Alternativtexte bei Bildern. Beim Thema Sichtbarkeit geht es darum zu prüfen, ob die Website technisch indexierbar ist und ob Google die wichtigen Seiten kennt – garantieren lässt sich eine Platzierung damit nicht.
So sieht es umgesetzt aus: Jede wichtige Seite hat einen eigenen Titel und eine eigene Beschreibung, eine Sitemap ist hinterlegt, und die Seiten sind nicht versehentlich von der Indexierung ausgeschlossen. Wie Sichtbarkeit inhaltlich entsteht, beschreibt der Beitrag zu SEO und GEO.
Sinnvoll ist eine Reihenfolge von innen nach außen:
1. Verständlichkeit – Punkte 1 bis 4. Ohne klare Positionierung und einen eindeutigen nächsten Schritt wirken alle weiteren Verbesserungen weniger.
2. Zugänglichkeit – Punkte 5 und 6. Inhalte müssen mobil und sprachlich gut erfassbar sein.
3. Vertrauen – Punkte 7 bis 9. Hier entscheidet sich, ob jemand den Kontakt aufnimmt.
4. Technik und Sichtbarkeit – Punkt 10. Wichtig, aber wirksam vor allem dann, wenn die Inhalte stimmen.
Wenn du nicht einschätzen kannst, wo deine Website steht, hilft die automatische Website-Analyse für eine erste Einordnung. Für die Ursachensuche bei ausbleibenden Anfragen ist der Überblick über die vier Bereiche der passende Einstieg.
Am meisten Wirkung hat in der Regel die Kombination aus klarer Positionierung und einem eindeutigen nächsten Schritt. Wenn Besucher nicht verstehen, worum es geht, oder nicht wissen, wie sie dich erreichen, wirken die übrigen Punkte deutlich weniger.
Nein. Die Checkliste beschreibt einen Soll-Zustand, keine Bedingung. Anfragen hängen zusätzlich von Faktoren ab, die außerhalb der Website liegen, etwa von Nachfrage, Suchintention und Wettbewerb. Je mehr Punkte erfüllt sind, desto weniger Hürden stehen im Weg.
Das hängt davon ab, wie viele Punkte offen sind und ob die technische Grundlage tragfähig ist. Kriterien und einen Selbsttest dafür findest du im Beitrag dazu, wann sich eine neue Website lohnt.
Das hängt vom Umfang ab: Seitenzahl, Texte, Bilder und Funktionen wie Terminbuchung oder Formulare. Eine Orientierung mit konkreten Paketen und laufenden Kosten findest du auf der Seite dazu, was eine Website kostet.
Die meisten Punkte lassen sich durch Lesen und Ausprobieren prüfen: Startseite auf dem Smartphone öffnen, Formular abschicken, Navigation durchklicken. Für die technischen Punkte kannst du die automatische Website-Analyse nutzen.
Geh die zehn Punkte in Ruhe durch und markiere, was schon erfüllt ist und was offen bleibt. Für eine erste Einschätzung der technischen und inhaltlichen Punkte nutzt du die automatische Website-Analyse. Wenn du die offenen Punkte lieber gemeinsam sortieren möchtest, buche ein persönliches Erstgespräch.
Autorin: Corinna Hübner, Webdesignerin aus Köthen.